Pornofilme sind Lifestyle: Erotikdarsteller wie Jenna Jameson oder
Ron Jeremy schreiben ihre Autobiographien, die prompt auf den
Bestsellerlisten landen. Pornos sind auch Kinoformat: Große
Pornofirmen bieten in Filmen wie
Fashionistas
eine
ansprechende Geschichte, aufwendige Kostüme und beachtliche Special
Effects, alles in High Definition. Zugegeben, die Budgets dieser
US-Produktionen liegen jenseits dessen, was sich deutsche
→ Pornofirmen erlauben (können). Doch auch
Magmafilm aus Essen hat jüngst ein hochwertiges Bluray-Label an den
Start gebracht. Doch Lifestyle, Kinoformat und HD-TV dürfen nicht
darüber hinwegtäuschen: Pornos sind und bleiben nach wie vor hastig
abgedrehte Sexstreifen ohne Sinn und Verstand. Abhilfe verspricht
eine neue Variante:
Alternative Porn
. Vom großen
US-Produzenten Vivid initiiert, von Stars wie Eon McKai und Joanna
Angel realisiert, schwappt der neue Trend - mit dem Wunsch nach
mehr Authentizität - jetzt nach Deutschland. Reality-Porn ist
hierzulande auf dem Vormarsch. Formate wie Popp oder Hopp
(Inflagranti), Magma swingt (Magma), Experiment Ausgeliefertsein
(Innovative ProdAction), GGG (John Thompson) oder Mach’s mit Till
(SD Evolution), mehr aber noch die verwackelten Filmschnipsel
junger Paare wie
suessheiss
oder
thierry-susi
bei Privatamateure.com beweisen: Porno
muss nicht immer durchgestylt und hochgezüchtet sein. Was zählt,
ist Lust. Oder eben Authentizität. Innerhalb der deutschen
Pornobranche, aber auch unter interessierten Branchenfremden wie
Filmemachern und Künstlern hat sich ein wachsender Kreis neue
Darstellungsweisen auf die Fahnen geschrieben.
Post Porn
Politics
nannte der Filmwissenschaftler Tim Stüttgen 2006
sein Berliner Symposium. Im gleichen Jahr veranstaltete der
Filmemacher und Gay-Porn-Regisseur Jürgen Brüning erstmals das
Pornfilmfestival Berlin. Im Herbst 2007 stellten deutsche
Hardcore-Regisseure wie Tom Herold, Falk Lux, AlexD oder Jörg
Andreas sehenswerte Beiträge zur Verfügung. Auch die Firma
Inflagranti aus Berlin verließ mit den Filmen Sklaven der Lust der
Kunstfilmerin Julia Ostertag und Küche, Kiste, Bett des hauseigenen
Regisseurs Hubertus Leischner die ausgetretenen Pfade.
Alles
über Porno
ist ein hochspannendes Werk, in dem auch
→ KitKatClub-Chef Simon
Thaur zu Wort kommt.
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