
Es ist nicht zu fassen, wie viele Männer ernsthaft glauben, über eine Sex-Hotline die Frau fürs Leben zu finden.Marischa Sommer war jung - und sie brauchte Geld. Nach ihrem Journalismus-Studium in Hamburg war keine Festanstellung in Sicht und von dem Teilzeit-Job bei einer Agentur konnte sie nicht leben. Sie beginnt für eine Telefon-Sexhotline zu arbeiten. Sechs Monate lang. In dieser Zeit lernte sie, wie man Männer möglichst lange in der Leitung hält und wie man sie verbal befriedigt. Sie erzählt von Männern, die sich in den sogenannten Stöhnroom einwählen, wo ansonsten kein Wort gesprochen wird. Und denen, die anrufen, um zu reden und ihre Fantasien auszuleben, weil es in der Realität nicht möglich ist. Oder der Sex mit Promis: Dann ist sie eben Angelina Jolie oder erzählt von ihrer Nummer mit Johnny Depp. Und sie beschreibt, wie sich ihre Sprache allmählich verändert, derb wird. Aber auch wie groß die Kluft ist zwischen der Realität und dem, was man den Männern schildert. Sie erzählt von den Abgründen, die sich offenbaren, wenn man mit den sexuellen Fantasien von Männern konfrontiert ist und wie ihre Arbeit immer mehr in ihr Privatleben, in ihre Seele dringt, bis sie merkt: Es ist Zeit, Schluss zu machen. Marischa Sommer wurde 1981 in Ostfriesland geboren. Nach dem Abitur zog sie nach Hamburg, wo sie heute in einer Marketingfirma arbeitet. Ihr Buch
Talking Dirtyist soeben erschienen.
